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Kurzfilme am Sundance

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Neben den Spiel- und Dokumentarfilmen zeigt das Sundance Film Festival auch jeweils eine Reihe von Kurzfilmen. Aus tausenden von kurzen Filmen stellen die Programmverantwortlichen sieben Blöcke zusammen, wovon fünf dem narrativen Film gewidmet sind, einer Animationsfilme zeigt und ein weiterer dokumentarische Ansätze zusammenführt. In letzterem Block war dieses Jahr Daniel Zimmermanns "Stick Climbing" zu sehen, ein sehr sehenswerter Film über einen abenteurlichen Spaziergang, der in eine bizarre Klettertour mündet. Der Schweizer Filmemacher und Performancekünslter ging bei der Preisverleihung, die in einer Bowlinghalle stattfand, leider leer aus. Stattdessen konnte Lucy Walker den Preis für den besten Non-fiction Kurzfilm entgegen nehmen. Derselbe Film  wurde auch soeben für den Oscar nominiert. Obwohl Walkers Film wirklich sehr toll gemacht ist, ist diese doppelte Wertschätzung etwas gar übertrieben. Beim Anschauen von"The Tsunami and the Cherry Blossom" - einem Film über das Ausmass der Zerstörung nach dem Erdbeben und dem Tsunami letzten Frühling - beschleicht einem das Gefühl, dass hier jemand auf dem Vormarsch gen Hollywood ist, aber eigentlich ein doch recht kitschigen Film über eine sehr grosse Katastrophe gemacht hat. Walker erzählte denn auch, dass sie eigentlich einen Film über die japanischen Kirschblüten machen wollte, sich dann aber nach dem Erdbeben entschlossen hatte, ihr Sujet zu erweitern. Dagegen ist ja nichts zu sagen, aber der Film inszeniert über weite Strecken die Zerstörung so ästhetisch wie die symbolträchtigen Kirschblüten. Schade, denn die vielen Interviews, die Walker führte, würden den Film alleine schon gut machen.

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Filmstill aus Daniel Zimmermanns "Stick Climbing"

Ausserhalb des Wettbewerbs wurden auch einige Kurzfilme jeweils vor einem Langfilm gezeigt. Zum Umfallen komisch ist Nash Edgertons 8-Minüter "Bear", in dem ein Mann als Bär verkleidet seine Freundin zu ihrem Geburtstag überraschen will und eine Katastrophe auslöst.
Der Australier Edgerton hat bereits vor drei Jahren einen Kurzfilm, "Spider", am Sundance Film Festival gezeigt. Diesen und andere seiner Kurzfilme kann man sich hier anschauen.



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26.1.2012 18:26

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Franzosen sind lustiger

Zunächst zu einem Film, der nicht ganz so lustig ist, wie er eigentlich sein sollte und der nur französisch klingt: „Bachelorette". Die Komödie von Leslye Headland feierte hier am Sundance Premiere und hat mit Kirsten Dunst, Isla Fisher, Lizzy Kaplan und Rebel Wilson eine ziemlich traumhafte weibliche Besetzung. Die Frauen spielen vier Freundinnen, von denen die eine (Wilson als Becky) kurz vor ihrer Hochzeit steht. Die anderen drei kommen zur „Bachelorette-Party" und vermiesen diese je auf ihre Art und Weise: Die Trauzeugin Regan (Dunst) kann kaum verbergen, wie sauer sie darüber ist, dass nicht sie als erste der vier Freundinnen unter die Haube kommt, Katie organisiert für die eher prüde Becky einen Stripper und Gena pumpt sich mit Koks voll und weiss nicht, wie sie ihrer ehemaligen grossen Liebe Clyde begegnen soll. Zu allem Chaos beschädigen die drei Frauen aus Versehen Beckys Hochzeitskleid und verbringen die ganze Nacht vor der Hochzeit mit dem Versuch, den Schaden wieder gut zu machen.

Regisseurin Leslye Headland, bisher als Theaterregisseurin und Autorin tätig, verfilmt mit „Bacholerette" eines ihrer eigenen Theaterstücke, das gemäss eigener Aussage viel düsterer und böser sei als der Film. Sie möge düsteres Theater, aber nicht düsteres Kino. Man wünschte sich aber fast, der Film wäre etwas düsterer und böser - oder noch viel lustiger. Denn alle der vier Schauspielerinnen haben unglaublich komisches Talent. Hervor sticht insbesondere Lizzy Kaplan, die am wenigsten bekannte der vier Schauspielerinnen. Was Headland zudem zum Verhängnis werden dürfte, ist, dass, obwohl sie ihr Stück bereits vor vier Jahren geschrieben hat, Kristen Wiig ihren Film „Bridesmaides", der eine sehr ähnliche Geschichte erzählt, schon letztes Jahr ins Kino brachte. Ob sich ein Verleiher mit einem thematisch so ähnlichen Film auf die Äste hinauswagt, ist fraglich.

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Isla Fisher, Lizzy Caplan und Kirsten Dunst in "Bachelorette"

An ein Sequel hat sich derweil eine andere Regisseurin gewagt. Julie Delpy hat nach ihrem Grosserfolg „2 Days in Paris" „2 Days in New York" gedreht. „Ich mag Sequels", liess Delpy an der Premiere verlauten. Und es ist ihr auch ein ganz hervorragendes gelungen. Die Geschichte ist simpel: Marion hat sich inzwischen von Jack getrennt und lebt mit ihrem Sohn und mit ihrem neuen Freund Mingus (gespielt von Chris Rock) und dessen Tochter in New York. Der Besuch ihres Vaters und ihrer Schwester steht an, was für die junge Familie eine Herausforderung ist. Nicht nur bringt Marions Schwester deren Exfreund als Begleitung mit, die Offenherzigkeit der Familie bezüglich Sexualität haut Mingus ziemlich aus den Socken. Die zwei Tage in New York sind ein Test für die Beziehung von Marion und Mingus.

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Chris Rock und Julie Delpy als Paar in "2 Days in New York"

Delpy hat die Komik, die aus der Begegnung zwischen Franzosen und Amerikanern entsteht, eins zu eins aus ihrem ersten Film übernommen. Offenbar aber ist man gewillt, sich das aufs Neue zu Gemüte zu führen. Nicht zuletzt sorgt auch Chris Rock für eine ordentliche Portion Humor. Delpy mag bisweilen etwas gar dick auftragen, aber letztendlich ist es, ähnlich wie in „2 Days in Paris", gerade diese nicht perfekt abgerundete Machart, welche den Charme von Delpy und ihren Filmen ausmacht.

Auch ziemlich lustig, wenn auch um vieles absurder, ist Quentin Dupieux' neuester Film „Wrong". Nach „Rubber", dem Film über einen Killerpneu, hat der französische Musiker und Filmemacher Dupieux einen Film über einen Mann gedreht, dessen Hund Paul verschwindet und der im Verlauf der Suche nach diesem die sonderbarsten Dinge erlebt. Nicht nur ist die Palme in seinem Garten auf einmal eine Tanne, sein Gärtner stirbt auch auf sonderbare Weise und ein mysteriöser Anruf bestätigt seine Vermutung: Paul wurde entführt.
Dupieux bewegt sich hier irgendwo zwischen Wes Anderson und Miranda July und erzählt eine Geschichte, die zwar völlig absurd ist, aber einem dennoch ans Herz geht, nicht zuletzt wegen Jack Plotnicks rührender Verkörperung der Hauptfigur.




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25.1.2012 20:35

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Von Ziegen und Männern

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Gleich zwei meiner Lieblings-Serien-Darsteller waren heute gemeinsam auf der Leinwand und auf der Bühne im Eccles Theater zu sehen: Ty Burell aus "Modern Family" und David Duchovny aus "Californication". Im Film "Goats" spielen sie zwei konträre Vaterfiguren eines 15-jährigen Jungen. Bei Goatman (Duchovny) ist Ellis gewissermassen gross geworden, dem Eigenbrötler, der mit seinem Zögling kifft und ausgiebige Wanderungen in Begleitung von Ziegen macht. Seinen biologischen Vater Frank (Tyrell) hat Ellis seit Jahren nicht gesehen, nicht zuletzt, weil seine durch und durch esoterische Mutter Wendy das verhindert hat. Als Ellis beschliesst, sein Zuhause in Tucson zu verlassen und an der Ostküste zur Schule zu gehen, ändert das das Leben aller Beteiligten. Ellis lernt Frank von Neuem kennen, der in Washington lebt und entfernt und emanzipiert sich von Goatman und seiner Mutter.

„Goats" ist kein umwerfender Film. Er erzählt die Geschichte des Teenagers Ellis zwar mit Herz, aber sowohl die Szenen mit Ellis esoterischer Mutter als auch die Schulszenen schaffen es leider kaum über Klischees hinaus. Bemerkenswert bleibt aber Duchovnys Verkörperung von Goatman - auch sein Aussehen! Im Grunde genommen sehen wir einfach Hank Moody, wäre er nicht Autor geworden, sondern Gärtner. Oder Hank Moody, der Los Angeles den Rücken gekehrt hat. Auf die Frage, wer ihn für die Rolle von Goatman inspiriert habe, antwortete Duchovny lakonisch: ein Familienmitglied. Hm.




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24.1.2012 23:51

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Wie gehts Amerika?

Die meisten Amerikaner machen sich über den momentanen Zustand ihres Landes nicht allzu grosse Illusionen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, die Aussichten mies. Diese Stimmung schlägt sich am Sundance Film Festival in einer ganzen Reihe von Dokumentarfilmen nieder, von „Finding North", einem Film über Hunger in den USA, über „The House I live in", eine Analyse des Drogenkriegs, bis zu „We're not broke" über die ungerechte Verteilung von Reichtum.

Die Stadt, die schon seit langem als Paradebeispiel für den langsamen Zerfall der Weltmacht USA herhalten muss, ist Detroit. In den 1930er-Jahren die am schnellsten wachsende Stadt der Welt, gilt sie heute als Inbegriff der „Shrinking City". Von den einst fast 2 Millionen Einwohner sind gemäss der Volkszählung von 2010 noch 700'000 übrig. Alle 20 Minuten soll jemand aus der Metropole wegziehen. Der Stadt Detroit, dem Zerfall dieser Stadt und der kuriosen Faszination, die dieser Zerfall auf junge, hippe Leute ausübt, die zuhauf in die Stadt ziehen, widmet sich der Dokumentarfilm „Detropia". Die beiden Regisseurinnen Heidi Ewing und Rachel Grady portätrieren Detroit mit einem Blick, der ohne Effekthascherei auskommt. Die wohl spannendsten Szenen sind diejenigen, in denen BürgerInnen von Detroit sich in Townhall Meetings zu Wort melden und ihre Sicht auf ihre Stadt offenbaren.

Vorschaubild für Detropia.png

Aus "Auto Parts" wird "Utopia"

Ein Abbild des Zustandes der amerikanischen Gesellschaft scheinen einige der Hauptfiguren der diesjährigen Sundance-Filme zu sein. War Sundance schon immer ein Ort, wo Coming-of-Age-Filme in der Überzahl waren, in denen insbesondere junge Männer ihren Platz in der Welt suchen mussten, scheint es mir dieses Jahr, dass die Suche nach dem Platz in der Welt eine neue Schwere aufweist und auch nicht mehr so klar lösbar ist. Der Protagonist zum Beispiel in So Yong Kims „For Ellen", ein Musiker, der zurück in seine Heimatstadt fährt, um die Scheidungspapiere sowie einen Verzicht auf das Sorgerecht für seine 6-jährige Tochter Ellen zu unterschreiben, findet sich plötzlich in einem Strudel von Gefühlen, die er jahrelang verdrängt hat. Doch trotz aller Gefühle für seine Tochter kann er ihr kein Vater sein. Paul Dano, bekannt als depressiver Teenager aus „Little Miss Sunshine", legt hier eine beeindruckende Schauspielleistung hin. Weniger gelungen als „For Ellen" ist „Simon Killer" von Antonio Campos. Auch hier sehen wir einen männlichen Protagonisten mit dem Leben hadern. Simon geht nach dem College nach Paris und versucht, seine grosse Liebe zu vergessen, die ihn verlassen hat. Dabei kommt eine dunkle Seite in ihm zum Vorschein. Die Figur Simon hat das Publikum hier gespalten, ja gar provoziert. Ohne dass man ihn wirklich mag, ist seine gewalttätige Seite recht verstörend. Der Film ist zwar etwas langweilig zu schauen, die Unfassbarkeit seiner Hauptfigur aber bleibt hängen.

Geradezu eine Erleichterung in dieser Stimmung von Hilflosigkeit ist da der Protagonist von Ira Sachs „Keep the Lights On", die Geschichte einer über 10 Jahre dauernden Beziehung zwischen zwei Männern. Der von Thure Lindhart verkörperte Erik kämpft so entschlossen um seine grosse Liebe Paul, obwohl dieser immer mehr abstürzt und auch nach mehren Entzügen nicht von den Drogen loskommt, dass es einen zutiefst rührt. Bezeichnenderweise spielt dieser Film nicht heute, sondern Ende der 90er-Jahre, wo der Blick auf die USA wohl noch von Hoffnung geprägt war.

Vorschaubild für Keepthelightson.png
Thure Lindhart und Zachary Booth in "Keep the Lights On"




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23.1.2012 15:53

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Robert Redford und mein Jetlag

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Nach einem heftigen Schneesturm, den es pro Winter nur einmal geben soll, sieht Park City, wo derzeit das 28. Sundance Film Festival stattfindet, wieder so aus, wie ich es in Erinnerung hatte: Eine Menge Schnee, Sonne und Pflotsch auf den Gehsteigen und Strassen. Manch ein Journalist blieb wegen des „Big Storms" in Salt Lake City oder gar auf einem anderen Flughafen stecken, manch ein Filmemacher verpasste wegen des argen Schneefalls den legendären Director's Brunch mit Robert Redford im Sundance Institut. Der Gründer und Präsident des Festivals liess sich dafür am Abend in der Late Night Lounge blicken, wo ich mich tapfer gegen mein Jetlag wehrte.

Vor Jahren war Sundance der Name eines kleinen Filminstituts und eines ebenso kleinen jährlichen Festivals, heute steht der Name für eines der besten Festivals weltweit, für Filme auf höchstem Niveau, für eine Fernsehkanal, eine Vertriebsfirma und eine Reihe von Veranstaltungen auf der ganzen Welt. Alleine die L.A. Times schickt fünf Filmjournalisten nach Park City, gemäss Jeff Sneider von der Daily Variety soll sich hier zur Zeit halb Hollywood aufhalten. In den kommenden Tagen werde ich von den diesjährigen Filmperlen berichten, den bekannten - Filme wie Spike Lees „Red Hook Summer", Julie Delpys „2 Days in New York" oder der hochgehandelte „Bachelorette" mit Kirsten Dunst in der Hauptrolle - und den unbekannten.




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23.1.2012 09:08

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Lea Hadorn gewinnt Schweizer Fernsehfilmpreis

Der SF Schweizer Film «Liebe und andere Unfälle» feierte am Freitagabend in Solothurn Premiere. Die warmherzige Komödie sorgte für saalfüllende Lacher. Nun hat Lea Hadorn mit ihrer humorvollen Interpretation der Hauptrolle auch die Fachjury überzeugt und gewinnt den Schweizer Fernsehfilmpreis. «Liebe und andere Unfälle» wird am 29. April um 20:05 Uhr auf SF 1 zu sehen sein. Des weiteren wurde Peter Wyssbrod für seine Leistung in «Mord hinterm Vorhang» mit dem Preis für die beste männliche Nebenrolle ausgezeichnet.

Lea Hadorn

Beat Marti und Lea Hadorn, die Hauptdarsteller von «Liebe und andere Unfälle»

Die Schweizer Fernsehfilmpreise gehen 2012 erstmals an Darstellerinnen und Darsteller von Haupt- und Nebenrollen in einer Schweizer Fernsehproduktion. Jede der vier Kategorien ist mit CHF 10'000.- dotiert. Der Preis wird von einer Jury aus Vertreterinnen und Vertretern der SWISSPERFORM und den Solothurner Filmtagen vergeben.

Wir gratulieren herzlich!



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21.1.2012 12:20

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Der neue „Pacte de l'audiovisuel" und seine Auswirkungen

Der Unterschriebene Pacte-Vertrag

Gestern wurde der „Pacte de l'audiovisuel" in Solothurn unterschrieben. In dieser Vereinbarung mit den wichtigsten Filmproduzenten-Verbänden garantiert die SRG die Förderung des unabhängigen Filmschaffens mit einem jährlichen Budget von 22,3 Millionen Franken. Damit ist die SRG der wichtigste Koproduzent der Filmschaffenden in der Schweiz. Im neuen Vertrag setzt die SRG andere Schwerpunkte als bisher: Nun werden auch Multimedia-Projekte gefördert, die Gewichtung von Fernseh- und Kinospielfilmen wurde neu konzipiert und die automatische Filmförderung für erfolgreiche Festivalfilme wurde erschaffen.

Gruppenbilde Fiktion

Beim Schweizer Radio und Fernsehen sind vor allem Urs Fitze (Mitte), Lilian Räber (Rechts) und Urs Augstburger (Links) von den Änderungen betroffen. Sie begrüssen den neuen Vertrag.

Urs Fitze, Bereichsleiter Fiktion und Verantwortlicher für Kino-Koproduktionen: "Der Pacte-Vertrag ermöglicht es uns erst, Koproduktionen zu finanzieren. Sei dies für Fernseh-, Kino-, oder Kinodokumentarfilme. So ist unser Engagement auch für die nächsten vier Jahre gesichert."

Lilian Räber, Verantwortliche für Fernsehfilm-Produktionen: "Der Vertrag ermöglicht uns, unser bisheriges Engagement fortzusetzen. In Zukunft sind wir weniger stark von externen Förderern abhängig und können mit den Pacte-Geldern unsere Fernsehfilme besser finanzieren."

Urs Augstburger, Verantwortlicher für Dokumentarfilme: "Wir verfügen nun über ein grösseres Budget für Fernseh-Dokumentarfilme. Dies wird uns ermöglichen, mehr Einfluss zu nehmen und die Filme besser mit unserem Programm in Einklang zu bringen. Für Kino-Dokumentarfilme haben wir weniger Budget zur Verfügung. Wir werden also unsere zukünftigen Koproduktionen genauer auswählen und leider auch mehr Absagen erteilen müssen. Alles in allem erlaubt uns die Budgetverschiebung eine bessere Kontrolle über unser Engagement."

Ausführlichere Informationen zum Pacte-Vertrag finden Sie hier.





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20.1.2012 11:26

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«Eine win iig, dr Dällebach Kari»: Xavier Koller verfilmt die Berner Stadtlegende neu

Der neue Film des Oscar-Gewinners Xavier Koller eröffnete die 47. Solothurner Filmtage. Er erzählt die Geschichte des legendären Berner Coiffeurmeisters Karl Tellenbach, der wegen seiner Hasenscharte von seinen Mitmenschen verspottet wurde. Er entwickelte sich zu einem Berner Stadtoriginal, da er sich stets mit Humor zu wehren wusste. Trotzdem trieben ihn der Spott und ein Krebsleiden schliesslich, am 31. Juli 1937, in den Suizid. Sein legendärer Humor liess «Dällebach Kari» weit über seinen Tod hinaus zur Legende werden.

Gruppenfoto Schauspieler (Foto Felix von Muralt © Catpics AG)

Die Geschichte inspirierte Theaterstücke, Musicals, Lieder und im Jahr 1970 eine erste Verfilmung durch Kurt Früh. Diese ist, nicht zuletzt dank der grandiosen Schauspielleistung von Walo Lüönd, zu einem grossen Klassiker der Schweizer Filmgeschichte geworden. Frühs Verfilmung öffnet mit dem Tod Tellenbachs. Dieser wird von dem Matter-Lied «Dällebach Kari» begleitet und gibt das nachdenklich stimmende Thema des Suizids vor, welches den Film prägt.



So erzählt Kurt Früh in seinem Werk, wie sich ein Einzelkämpfer in seinem Salon gegen die Modernisierung und gegen die Klassengesellschaft auflehnt. Eine einstige Liebe fiel den Klassengrenzen zum Opfer, wie sich auf den endlosen Sauftouren des alternden, einsamen Meisters herausstellt. Diese Liebschaft wird im Film aber kaum dargestellt.

Dällebach Kari in Kurt Frühs Film

Darin unterscheidet sich die Verfilmung Xavier Kollers. Koller beginnt seinen Film nicht mit dem Tod, sondern mit der dramatischen Geburt Tellenbachs. Bereits in seinen ersten Minuten entflieht Tellenbach zum ersten Mal dem Tod. Koller konstruiert seine Erzählung nicht um den Suizid Tellenbachs - wie dies Früh tat - sondern um die Lebensfreude, die in dem geplagten Burschen steckte. Diese wird in drei Ebenen dargestellt: In der Kindheit, der Jugend und im Alter Tellenbachs. Koller erforscht damit nicht die Symptome der Psyche seiner Hauptfigur, sondern deren Ursprung.



Der Hauptstrang der dreilagigen Erzählung liegt in der Jugendzeit, in der Tellenbach (Nils Althaus) die grenzüberschreitende Liebe zu Annemarie Geiser (Carla Juri) findet. Die beiden Jungschauspieler zeigen in den Rollen die jeweils beste Leistung ihrer bisherigen Karriere, perfekt geführt von Xavier Koller. Das Team erschafft eine neue Perspektive auf das Leben der Berner Stadtlegende, welche das Publikum verzaubert, zum Lachen bringt und doch nicht mit dramatischen Momenten spart.

Daellebach-Kari-Plakat.jpg

Am Apéro nach dem Eröffnungsfilm zeigte sich, wie gut der Film aufgenommen wurde. Dem ehemaligen Berner Bundesrat Samuel Schmid gefiel die Neuverfilmung Kollers besser als die von Kurt Früh. Unter einigen Filmschaffenden wurde gar gewettet, wie viel der Film in den Schweizer Kinos einspielen würde. Ich habe dabei auf die höchsten Einnahmen getippt -lassen sie mich also nicht im Stich, sehen Sie sich den Film an.

Evelyne Widmer Schlumpf
Auch Bundespräsidentin Eveline Widmer Schlumpf genoss die Kinoaufführung

Um die Vorfreude zu schüren können Sie sich auf YouTube «Kari's TV» ansehen und einen Blick hinter die Kulissen werfen: http://www.youtube.com/user/daellebachkarifilm



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16.1.2012 10:47

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Mädchen, lass Dich von Ryan Gosling verführen!

Am Mittwoch, dem 25. Januar zeigt SF zwei um 22:45 Uhr den Thriller «Stay» von Marc Forster. Der Schweizer Star-Regisseur besetzte die Hauptrollen in seinem visuellen Wunderwerk mit Ewan McGregor, Naomi Watts und dem Jungstar Ryan Gosling. Der kanadische Schauspieler feierte seinen Durchbruch 2006 mit «Half Nelson» und entwickelte sich seither zu einer Ikone des Independent-Films. Kombiniert mit seinem Modern-Gentleman-Look lässt dies die Herzen aller Filmstudentinnen schmelzen, wie dieser Blog beweist.

Ryan Gosling




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13.1.2012 15:31

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Watch the Titles

 

balada-cab.jpgNoch bevor sich jetzt Feuilleton, Freaks & Geeks mit Lobeshymnen auf das Intro zu David Finchers «The Girl with the Dragon Tattoo» zu überbieten beginnen, sei auf den wahrhaft genialen Vorspann zum arg unterschätzten Bizarro-Thriller «Balada triste de trompeta» von Álex de la Iglesia verwiesen. Dort nämlich wird nicht nur stilvoll postmodern zitiert, sondern lustvoll, gleichwohl aber historisch bewusst Kontext geschaffen.

 



 

Wer sich für das sehr schöne Neben-Genre des gestalteten Film-Intros interessiert, der sei auf die wunderbare französische Site «Watch the Titles» verwiesen.



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